Jahrestreffen
Ein herrlicher Tag am Ufer des Rheins in Bingen
Jahrestreffen 2025 nach 20 Jahren wieder in der Villa Sachsen – Konzert mit Mathis Rochat
Beeindruckende Förderbilanz – Information aus erster Hand von der Künstlerischen Leiterin der Villa Musica – ein Blick in die Geschichte der Hildegard von Bingen – Promenieren am Rheinufer – hinreißendes Dankeschön-Konzert des Bratschisten Mathis Rochat:
ich weiß gar nicht womit ich anfangen soll zu erzählen.
Anlass für den Jahresausflug ist bekanntlich die vereinsrechtlich vorgeschriebene Mitgliederversammlung. Nach den Rechenschaftsberichten des Vorstandes dankte die Künstlerische Leiterin der Villa Musica, Prof. Ervis Gega, den FREUNDEN für die finanziellen Zuwendungen an die Stiftung, für die Treue als Konzertbesucher und auch für die ideelle Unterstützung als Multiplikatoren für das Prinzip der Exzellenzförderung und die Mundpropaganda für die hochkarätig besetzten Konzerte.
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Prof. Ervis Gega erweitert das Profil der Villa Musica
Weil FREUNDE der Villa Musica immer bestens informiert sein sollen, berichtete Frau Gega im Interview mit Barbara Harnischfeger über die Neuerungen, die sie bei Villa Musica eingeführt hat: „Artist Management“ durch die Künstler-Agentin Tanja Dorn aus Berlin: wie präsentiert man sich mit Foto, Lebenslauf in Medien, was ist als Freiberufler steuerrechtlich zu bedenken, was erwarten die Konzertveranstalter von einem Musiker, den sie engagieren. Neu ist auch die musikwissenschaftliche Einführung durch Prof. Dr. Karl Böhmer vor jedem Kurs. Beides werde von den StipentiatInnen freudig angenommen und „inzwischen nehmen sogar die Dozenten mit Interesse teil.“ Wer von den FREUNDEN der Villa Musica Lust habe, mal zuzuhören, sei willkommen und brauche sich nur bei Kai Link, dem Leiter der Kammermusikakademie in Schloss Engers zu melden. Apropos Kai Link: er ist auch der Geschäftsführer unseres Vereins. Er hat fürs Jahrestreffen der FREUNDE wieder beste Rahmenbedingungen geschaffen. Danke ihm und dem Team für die perfekte Organisation.
Als Nächstes will die Künstlerische Leiterin der Villa Musica Musikvermittlung angehen – nicht indem sie Kinderkonzerte anbietet, sondern: das berühmte ARIS QUARTETT werde im Auftrag der Villa Musica an Schulen gehen und zwei Stunden Klassik-Schnuppern anbieten. Die Lehrer hätten damit keine Arbeit, müssten nur den Zeitpunkt bestimmen und den Raum organisieren. Ervis Gega setzt darauf, dass die Kinder googlen, wer Aris Quartett ist und dass schon allein durch deren Social Media-Präsenz Neugierde entsteht.
Was unterstützen die FREUNDE: von Solo-Chance bis Cellobogen
Die FREUNDE der Villa Musica haben sich ins Spiel gebracht bei der Errungenschaft Solo-Chance für StipendiatInnen. Ausgewählte MusikerInnen erhalten die Gelegenheit, als Solisten zusammen mit einem Orchester aufzutreten – dank der Vereinbarungen, die Prof. Gega unter anderen mit den rheinland-pfälzischen Staatsorchestern zustande gebracht hat. Die Villa Musica zahlt den StipendiatInnen ein kleines Honorar und das übernimmt jeweils unser Verein.
Über die Verwendung der Mitgliedsbeiträge und Spenden gab Schatzmeisterin Diana Kreuter-Schmitt insgesamt Rechenschaft ab in der Mitgliederversammlung. Als Besonderheit in 2024 ist zu nennen, dass der Verein die Aufführung eines Kompositionsauftrages der Stadt Mainz zum 200. Geburtstag des Komponisten Peter Cornelius ermöglicht hat. Das Werk für Singstimme und Streichquartett von Immanuel Ott wurde bei der Saisoneröffnung der Villa Musica am 21. September uraufgeführt.
Unverändert fördern die FdVM die Ausbildungsarbeit der Villa Musica – u n d sie unterstützen einzelne Stipendiaten individuell. Pascal Badziong vom Freundeskreisvorstand gab ein Beispiel:“ Es ist wichtig auf dem Weg in die berufliche Karriere, trotz der vielen Selfies ein professionelles Künstlerfoto zu haben, mit dem sich die jungen MusikerInnen bei Veranstaltern bewerben und im Internet präsentieren können. Die FREUNDE haben zwei StipendiatInnen eine Porträt-Serie bezahlt und dem Viatores Quartett das Cover-Foto für die eigene CD. Das Quartett, das Prof. Gega als besonders förderungswürdig empfohlen hat, wurde inzwischen auch vom SWR entdeckt und zum „SWRkultur New Talent 2024“ erklärt.
Für das neue Foto vom Vorstand der FREUNDE, das nötig war, ist kein Geld geflossen. Dieses Foto hat Vereinsmitglied Hans-Ulrich Stelter gemacht.
Häufig angefragt wird von jungen MusikerInnen Hilfe bei der Anschaffung eines Instrumentes oder eines Bogens. Ein Streich-instrument mit zu finanzieren, dafür reicht unser Geld nicht. Aber wir können beim Kauf eines Bogens helfen. Welche Bedeutung hat ein Bogen? Alfons Moritz erläuterte es anschaulich.:
„Sie können einen Formel1-Boliden entwickeln mit 1000 PS und allen denkbaren technischen Raffinessen, aber Sie kriegen die Kraft nur über die Reifen auf die Piste. Die Reifen sind das A und O. Und so ist das hochwertigste Streichinstrument nur über einen Bogen zum Klang zu bringen. Der Bogen sei zwar im Prinzip ein Stock mit Pferdehaaren bespannt, aber man müsse einen Bogen in die Hand nehmen, erleben wie er greift auf der Saite, wie er springt, welches Gewicht er hat und alle diese Faktoren lassen sich nicht beschreiben“. Man brauche den Test und danach richte sich der Preis. Der geht von 5000 bis zu 20 000 Euro. Die FREUNDE haben mehrfach mit einem Zuschuss geholfen.
Einen anderen Bedarf für Förderung nennt Cornelia Hoffmann. Giovanni Epasto musste ein Fagott überholen lassen. Das kostete 5000 Euro. Ein neues Fagott hätte zwischen 30.000 und 40.000 EUR gekostet. Er hat sich ein Gebrauchtes gekauft. Die Polster mussten ausgewechselt werden. Die Polster sitzen auf den Klappen und gewährleisten, dass das jeweilige Tonloch am Instrument zu 100 Prozent verschlossen wird. Im Laufe der Zeit werden die Polster spröde und das Material ermüdet. Die Mechanik der Klappen muss neu justiert oder ausgetauscht werden. Am Fagott-Korpus, der aus Palisanderholz besteht, sind kleine Beschädigungen zu reparieren. Auch das sei einmal erklärt , damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie teuer es für MusikerInnen ist, ihr eigenes Arbeitswerkzeug zu stellen.
Was gab es zu erleben
Die Erste Vorsitzende Barbara Harnischfeger, die Erlebnis-Macherin, stellte ihrem Bericht voran: Frau Prof. Gega führt alle Reihen fort, die einmal zusammen mit den Freunden der Villa Musica entwickelt worden waren. Also gab es ein Karriere-Gesprächskonzert am 16. Juni 2024 mit dem Fagottisten Theo Plath und eines am 16. März 2025 mit der Geigerin Johanna Pichlmair. Fotos und die Wiedergabe der Interview-Inhalte sind auf der Internetseite des Vereins unter www.freundedervillamusica.de zu sehen.
Bei RHEINVOKAL hat Prof. Dr. Karl Böhmer wieder faszinierende Einführungen geboten:
11. August 2024 Italien am Rhein um 1780 in der Koblenzer Residenz von Clemens Wenzeslaus, dem letzten Trierer Kurfürsten. Hierfür hatte Prof. Böhmer Briefe erforscht, welche Kunigunde, die Schwester des Kurfürsten, schrieb. Prof. Claudia Eder trug sie perfekt vor und ein junges Sängerteam sang hinreißend Arien aus italienischen Opern.
Am 24. August gab Karl Böhmer auf Anregung von FdVM eine Einführung zum RheinVokal-Konzert mit der Blockflöstistin Dorothee Oberlinger und dem Countertenor Alois Mühlbacher bei einem Barockprogramm.
Freunde der Villa Musica trafen sich auch bei BURGENKLASSIK und beim MAINZER MUSIKSOMMER. Beide Reihen werden von den FdVM unterstützt.
Verleihung des STERN-Villa Musica war am 30. November 2024. Die Trophäe ging an Knut Hanßen einen Pianisten, der schon an der Hochschule Hannover tätig ist und sich doch noch bei der Villa Musica beworben hatte, weil man hier eben mit den Besten Kammermusik machen könne, wie im Studium nicht. Auch dazu gibt es einen aufschlussreichen Bericht unter www.freundedervillamusica.de
So viel zur Mitgliederversammlung. Am Ende meldete sich der frühere Geschäftsführer der Villa Musica, Kurt Karst, zu Wort und bat, derjenigen Männer zu gedenken, durch deren Entscheidungen die Villa Musica vor fast 40 Jahren, also 1986, gegründet wurde: Kulturminister Georg Gölter und Ministerpräsident Hans Jochen Vogel. Beide sind dieses Jahr gestorben.
105 Interessierte Freunde der Villa Musica waren nach Bingen gekommen – natürlich auch wegen des Kulturprogramms. Das Auto konnte an der Villa Sachsen stehen bleiben. Ein Bus fuhr die Teilnehmer zur herrlichen Rheinpromenade in Bingen. Mittagessen gabs im Restaurant Zollhaus. Beim Essen sitzen die Menschen zusammen, die sich kennen, Neue werden integriert, es ist immer ein schönes Beisammensein.
Im Museum am Strom führten Sachkundige die FREUNDE in vier Gruppen aufgeteilt und erschlossen die Geisteswelt der Hildgard von Bingen, schilderten sie als einflussreiche Frau und Kämpferin. Die adelige Nonne, die zunächst im Kloster Disibodenberg war, setze die Gründung ihres eigenen Klosters auf dem Ruppertsberg gegen den Willen des Mainzer Erzbischofs durch. 1163 bekam sie das kaiserliche Privileg dafür. Hildegard von Bingen war mit den Mächtigen ihrer Zeit per Brief in Kontakt, hat Kaiser Friedrich Barbarossa sogar einmal persönlich getroffen und sie war Propagandistin für die Kreuzzüge, so erfuhren wir.
Bingen war schon allein wegen des herrlichen Rheinpanoramas eine Reise wert. Die FREUNDE genossen den Blick auf das Rheingau, auf das Niederwalddenkmal, auf den Mäuseturm und auf das Kloster Eibingen (Dieses wurde erst 1904 gebaut, die Nonnen leben in der Tradition der Hildegard von Bingen. Das von ihr gegründete Kloster auf dem Ruppertsberg existiert nicht mehr).
Fulminanter Tagesabschluss mit einem Virtuosen auf der Bratsche
Und dann am Nachmittag das Konzert des Bratschisten Matthis Rochat für die FREUNDE als Dank dafür, dass sie ihn 2021 am Ende seiner Stipendiatenzeit bei der Produktion einer CD unterstützt hatten. Wie immer sollen die FREUNDE nicht nur in den Genuss von Musik kommen, sondern auch etwas über die Interpreten erfahren, aus deren eigenem Mund. Im Interview erzählte Mathis Rochat von sich aus: „Ich habe bei der Villa Musica zirka 15 Projekte gespielt und was ich mitgenommen habe, ist eine große Erfahrung mit Programmen von Barock bis Neue Musik. Dafür haben wir die größten Experten gehabt. Mein erstes Projekt war auf Darmsaiten in einem Kammerorchester, das für die Schwetzinger Festspiele zusammengestellt und von Werner Erhard dirigiert war. Wir sind die Mannheimer Schule durchgegangen, die frühe Klassik. Mathis Rochat hat Forscherdrang. Er entdeckt vergessene Werke und er transkribiert Vieles, das etwa für Cello geschrieben ist, weil das Original-Repertoire für die Bratsche zu klein ist. 2022 brachte Mathis eine CD mit Werken von Rachmaninoff heraus.
Mathis Rochat ist 1994 in Genf geboren und besitzt die französisch-schweizerische Staatsbürgerschaft. Studiert hat er in Köln und in Leipzig.
Wie kommt er als Professor ausgerechnet nach Antwerpen?
Antwort: „Ich kam gerade aus dem Studium heraus, war an der Chapelle Musicale Reine Elisabeth in der Nähe von Brüssel (das ist so etwas wie in Deutschland die Kronberg Akademie – Praxis und akademisches Studium parallel), da sagte ein Kollege, dass die Stelle am Königlichen Konservatorium Antwerpen frei wird, ich soll überlegen, ob ich da Unterlagen hinschicken will. Ich hatte wenig Lehrerfahrung, aber ich hatte das Glück, dass mir der Professor, der in Rente ging - obwohl er mich nicht kannte - anbot, seine Studenten einen ganzen Tag lang zu unterrichten und dann die Beurteilung der Studenten an die Auswahlkommission weiterzuleiten. Die Studenten entschieden, dass sie mich gerne beim Vorspiel dabei hätten und da habe ich die Stelle bekommen“.
Warum direkt vom Studium zur Professur?
Wie befriedigend ist eine Karriere als Lehrender? Mathis Rochat sagt: „Man kommt aus Corona direkt zur Professur“, sagt Mathis schmunzelnd. Und: “Ich hatte lange Zeit, bevor ich überhaupt mit dem Studium fertig war, entschieden, dass ich nicht ins Orchester möchte. Aber das Freiberufler-Leben ist sehr unsicher. Das heißt, der Weg zur Professur war vorbestimmt. Und es hat halt bei der ersten Bewerbung gleich geklappt.“ Abschließend sagt der 31jährige: „Das Lehren lehrt auch einem selbst sehr viel, wie man zu spielen hat. Sonst denkt man manchmal nicht so aktiv darüber nach. Studenten zu haben, die grundlegende Fragen stellen, ist erfrischend und auch gut für mich. Selbstreflexion“.
Nach einem klanglich berauschenden Konzert mit sattem Bratschenklang, begleitet von dem Pianisten Arash Rokni, den Mathis mitgebracht hatte, würdigte Alfons Moritz das Ereignis als überwältigend gut und die Freunde der Villa Musica fuhren beglückt nach Hause.
Für das nächste Jahrestreffen wird vom Vereins-Vorstand die Villa Ludwigshöhe in Neustadt an der Weinstraße angepeilt. Die Renovierungsarbeiten sollen diesen Herbst abgeschlossen sein, heißt es von Seiten Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland-Pfalz.
Jahrestreffen 2024
Prof. Ervis Gega stellt sich den FREUNDEN vor
Pascal Badziong beim Jahrestreffen 2024 in den FREUNDE-Vorstand gewählt
Ervis Gega (im Bild ganz links) heißt die neue Künstlerische Leiterin der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz ab Herbst 2024. Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Jürgen Hardeck (2.v.l.) brachte sie mit zur Mitgliederversammlung des Fördervereins und sie stellte sich vor. Wobei Ervis Gega den Mainzern keine Unbekannte ist. Die Geigerin spielte vor zwei Jahren an der selben Stelle, in der Steinhalle des Landesmuseums, ein Karrierekonzert. Denn Gega ist eine ehemalige Stipendiatin der Villa Musica, die als Solistin Karriere gemacht hat. Sie ist Professorin in Mainz und sie ist seit 2021 Künstlerische Leiterin der Klassischen Philharmonie Bonn. Von links weiter im Bild: Barbara Harnischfeger aus Koblenz, wiedergewählt als Erste Vorsitzende von „Freunde der Villa Musica e.V.“, ebenso wie Cornelia Hofmann als Beisitzerin für die Pfalz. In der Mitte: das in vielen Wettbewerben erfolgreiche Trio ORELON mit Judith Stapf, Marco Sanna und Arnau Rovira i Bascompte. Die Freunde hatten das Ensemble mehrfach finanziell unterstützt und bekamen beim Jahrestreffen am 6. April ein ganzes Konzert geschenkt. Der Zweite Vorsitzende des Vereins, Alfons Moritz, konnte leider nicht dabei sein, aber rechts im roten Kleid die Schatzmeisterin Diana Kreuter-Schmitt. Auch diese beiden wurden einstimmig wiedergewählt. Zweiter von rechts ist Pascal Badziong aus Neuwied, derzeit Erster Beigeordneter im Landkreis Mayen-Koblenz und seit 20 Jahren Mitglied bei den „Freunden der Villa Musica“. Er wurde als Zweiter Beisitzer erstmals gewählt und wird mit seinen 36 Jahren den Freundeskreis-Vorstand zusätzlich verjüngen.
Staatssekretär Hardeck neues Mitglied bei den FREUNDEN
Staatssekretär Jürgen Hardeck, der Vorstandsvorsitzende der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz, dankte den „Freunden der Villa Musica“ für ihre Unterstützung der Stipendiaten-Förderung und vieler Villa Musica-Projektreihen und revanchierte sich, indem er Barbara Harnischfeger seinen persönlichen Antrag zur Mitgliedschaft im Verein der Freunde überreichte. Er ist das 666. Mitglied.
Künstlerische Ära Hülshoff gewürdigt
In seiner Rede dankte Hardeck Professor Alexander Hülshoff am Ende von dessen Zeit als Künstlerischem Leiter der Villa Musica für 13 erfolgreiche Jahre mit vielen Innovationen. „Durch seine exzellenten Verbindungen nach Israel, Italien, Brasilien und in die USA wurde das Dozententeam sehr viel internationaler. Der „Star-Faktor“ nahm deutlich zu, indem Klassik-Weltstars, wichtige Namen wie Pinchas Zukerman, Emanuel Ax, Avi Avital, als Dozentinnen und Dozenten fungierten“, so Hardeck. Die Zeit von Alexander Hülshoff bei der Villa Musica sei eine Ära der herausragenden Projekte und neuer Konzertreihen gewesen, so zum Beispiel „Musik in Synagogen“. Das spektakulärste Projekt dort war „Violins of Hope“, Konzerte auf restaurierten Geigen von Opfern des Holocaust.
Alexander Hülshoff habe zudem die Vernetzung der Villa Musica im Land durch neue Kooperationen deutlich intensiviert. Genannt seien die Konzerte im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, neue Kooperationen mit der Stadt Landau, der Stadt Kaiserslautern, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und dem Mainzer Musiksommer.
Auch die „Freunde der Villa Musica“ habe Alexander Hülshoff stark in seine Konzeptionen einbezogen, unter anderem bei der Reihe Burgenklassik und Karrieren, sagte Staatssekretär Hardeck. (Red. Anmerkung: Auch Spitzenklänge, die Konzertemit Vorstellung der Instrumente aus der Landessammlung, sind in Zusammenarbeit mit den „Freunden der Villa Musica“ präsentiert worden.)
Hardeck würdigte außerdem: Der Andrang auf die Probespiele und folglich das Niveau der Stipendiatinnen und Stipendiaten sei unter Professor Hülshoff noch einmal deutlich gestiegen. Prof. Dr. Jürgen Hardeck im Fazit seiner Rede wörtlich: „Die Villa Musica hat Alexander Hülshoff wahnsinnig viel zu verdanken “. Noch ist die Saison nicht zu Ende und Alexander Hülshoff ist auch noch als Cellist zu erleben. "Seine Konzerte werden uns in bester Erinnerung bleiben." Im Herbst werde es eine Verabschiedung geben.
Schloss Engers als ein Musikzentrum des Landes gestärkt
Staatssekretär Hardeck ging auch auf die neue Mitnutzung von Schloss Engers durch die Landesmusikakademie nach Ende des Hotelbetriebs ein.
Die Ausweitung der Aktivitäten sei nicht zum Schaden der Villa Musica. Hardeck wörtlich: „Die VM kann ihre Arbeit fortsetzen wie gewohnt. Der Dianasaal steht ihr weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung“. Über anfängliche Störungen und über die Schärfung der unterschiedlichen Profile habe es Gespräche gegeben. Jedenfalls sei der Ort Schloss Engers als Musikzentrum im Norden wesentlich gestärkt.
Nahtloser Übergang zu Prof. Ervis Gega
Sie wird am 1. September 2024 ihre zunächst auf fünf Jahre angelegte Tätigkeit als Künstlerische Leiterin der Villa Musica beginnen, hat aber bereits jetzt einen Werkvertrag, um die neue Saison zu planen.
Die mit 16 Jahren aus Albanien nach Mainz gekommene Ervis Gega, inzwischen 50 Jahre alt, hat in Mainz und London Geige studiert und lebt seit 2002 in Bonn. Sie ist Pädagogin für Violine an der Musikhochschule Mainz und dem Peter-Cornelius-Konservatorium. Ervis Gega stellte sich den Freunden der Villa Musica vor und erinnerte zunächst an ihre enge Verbindung zur Villa Musica von Jugend an. Sie war Stipendiatin, sie spielte eine Geige aus der Landessammlung, die Freunde der Villa Musica ermöglichten ihr eine CD. 2022 spielte sie in der Reihe Karrieren und wurde da ausführlich zu ihrem Lebenslauf interviewt (siehe auf dieser Homepage unter AKTIVITÄTEN/Karrieren). Die Freunde der Villa Musica hatten auch schon Kooperationen mit der von ihr geleiteten Klassischen Philharmonie Bonn, einem internationalen Akademie-Orchester, das sich wie die Villa Musica der Nachwuchsförderung verschrieben hat. Das Orchester hat Abonnement-Reihen in den 12 größten Konzerthäusern der Bundesrepublik - von Herkulessaal München bis Konzerthaus Berlin.
Prof. Gega hat für die Villa Musica neben dem Ziel, junge Spitzen-Musiker und -musikerinnen an der Seite von hochrangigen Dozenten in Kurs und Konzert zur künstlerischen Reife zu führen, einige neue Ideen.
Sie will musikwissenschaftliche Elemente in die Akademieprojekte einführen. Und, die jungen Berufsanfänger sollen ein Coaching zum Karriere-Management bekommen und damit auf die Herausforderungen der heutigen Zeit und der Zukunft vorbereitet werden.
Ervis Gega sagte außerdem: „Ein weiterer wichtiger Punkt ist es mir, die Sichtbarkeit der Stiftung bundesweit zu stärken, z.B. durch Kooperationen mit verschiedenen Orchestern und Festivals außerhalb von Rheinland-Pfalz.“ Dorthin sollen Villa Musica-Stipendiaten vermittelt werden, damit sie die Chance erhalten, auch als Solisten Erfahrung zu sammeln.
Mehr als 60 000 Euro für Stipendiatenförderung
„Freunde der Villa Musica“ sind Botschafter und Lobby der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz. Der Verein hilft aber auch ganz konkret durch finanzielle Unterstützung – mit Geldzahlungen direkt an StipendiatInnen und über den Umweg der Förderung von Villa Musica-Projekten und Konzertreihen. In der Mitgliederversammlung gab der Vorstand des Förderkreises im Einzelnen Rechenschaft für die Fördermaßnahmen. Dazu zählen Reisekosten-Zuschuss für die Fahrt zu einem Wettbewerb, Unterstützung einer CD-Veröffentlichung, Hilfe bei der Anschaffung eines Instrumentes. Gleichartiges wurde von der Versammlung im Rahmenfinanzplan für 2024 beschlossen. Eines der vielfach geförderten Ensembles ist Trio Orelon. Es bedankte sich mit einem ausgewachsenen Konzert bei den „Freunden der Villa Musica“.
Vereins-Vorstand um 36jährigen Pascal Badziong erweitert
Bei der Mitgliederversammlung von „Freunde der Villa Musica e.V.“ standen auch Vorstandswahlen an. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt:
Barbara Harnischfeger, Erste Vorsitzende,
Alfons Moritz, Zweiter Vorsitzender (in Abwesenheit),
Diana Kreuter-Schmitt, Schatzmeisterin,
Cornelia Hofmann, Beisitzerin.
Neu besetzt wurde die Position eines weiteren Beisitzers mit Pascal Badziong.
Der 36jährige Neuwieder war schon im Alter von 16 Jahren Mitglied bei den Freunden der Villa Musica. Von Villa Musica sei er kulturell sozialisiert worden. Badziong ist von Beruf Lehrer, er war Studienrat an einem Gymnasium in Bad Honnef und er war in Neuwied kommunalpolitisch tätig. Seit zwei Jahren ist er Erster hauptamtlicher Beigeordneter des Landkreises Mayen- Koblenz. Pascal Badziong freut sich darauf, am Netzwerk für die Villa Musica, welches die „Freunde“ stets zu knüpfen bemüht sind, aktiv mitzuarbeiten.
Erlebnistag mit starkem Programm
Über die Mitgliederversammlung hinaus erlebten 130 Personen einen hoch interessanten Tag in Mainz. Nach dem Essen im Landtagsrestaurant stand eine Besichtigung des Plenarsaals im Deutschhaus auf dem Programm. Die Freunde der Villa Musica füllten sämtliche Plätze, einschließlich der Regierungsbank. Der Landtag von Rheinland-Pfalz hat 101 Abgeordnete.
Landesmuseum Mainz zeigt seine Schätze
Highlight des Programms für die „Freunde der Villa Musica“ war der Einblick in den Gemäldebestand des Landesmuseums Mainz. Mittelalter und Barock, Moderne mit Slevogt, Beckmann, Corinth. Und es gibt eine herrliche Jugendstilsammlung. Museumsdirektorin Dr. Birgit Heide führte selbst eine der vier Villa Musica-Gruppen. Hier ein paar Fotoeindrücke:
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Konzert inmitten römischer Grabdenkmäler
Die sogenannte Steinhalle des Landesmuseums kennen die Mainzer als Konzertort der Villa Musica. Nun erlebten auch Villa Musica-Freunde aus anderen Landesteilen die besondere Atmosphäre zwischen den römischen Grabdenkmälern. Das Lapedarium war als Reithalle des kurfürstlichen Marstalls, 1767 gebaut worden. Als Vorbild galt die Spanische Hofreitschule in Wien. Auf Befehl Napoleons wurde die Halle zum Theater umgebaut und erfüllte diesen Zweck bis 1833. Danach wurde die Reithalle von verschiedenen Kavallerieregimentern genutzt, der Marstall wurde die Golden Roß Kaserne. Ab 1935 brachte die Stadt Mainz ihre Kunst- und Archäologiebestände in dem Gebäudekomplex unter. Die Reithalle diente da zunächst nur als Magazin. Im Zweiten Weltkrieg wurde der gesamte Gebäudekomplex zerstört. Wiederaufbau von 1949 bis 1962 mit Hilfe der französischen Besatzungsmacht – die im Krieg ausgelagerten Museumsbestände kamen zurück. 1967 übernahm das Land Rheinland-Pfalz das Areal. 1975 bis 1979 wurden Neubauten hinzugefügt, um die Museumsfläche wesentlich zu vergrößern. Dabei wurde die barocke Bausubstanz des Gebäudes des Marstalls saniert, 1980/81 dann auch die Reithalle. Im Museumskonzept diente sie nun der neukonzipierten Präsentation der wichtigsten Steindenkmäler des römischen Mogontiacum. Die Sammlung ist mit einem Bestand von 2000 Stücken eine der wichtigsten ihrer Art in Europa. Ab 2015 zog der Landtag zeitweise in einen Teil der Steinhalle, solange das Deutschhaus grundlegend umgebaut wurde.
Trio Orelon beglückte mit Haydn, Mozart und Dvoraks „Dumky“
Mit dem Dankeschön-Konzert des Trio Orelon endete das Jahrestreffen von Freunde der Villa Musica zur Zufriedenheit aller ZuhörerInnen. In gewohnter Weise stelle Barbara Harnischfeger die Musiker im Gespräch persönlich vor. Geigerin Judith Stapf, Pianist Marco Sanna und Cellist Arnau Rovira I Bascompte leben in Köln, haben dort einen Proberaum und haben die zurückliegenden zwei Jahre damit verbracht, sich auf Wettbewerbe vorzubereiten. Für die Teilnahme in Italien und in Japan hatten die Freunde der Villa Musica einen Reiskostenzuschuss gegeben. Wettbewerbe gewonnen haben die drei aber in Melbourne und in München - dort den renommierten ARD-Wettbewerb. Üben und wieder üben für einen Wettbewerb, das lässt keine Zeit für Geld verdienen. Was bringt es? Letztlich habe der Wettbewerbserfolg Türen geöffnet und Konzertengagements gebracht, sagt Judith Stapf. Aber erst einmal sei es darum gegangen, fokussiert zu arbeiten und dabei auch festzustellen, ob es menschlich funktioniert.
Leben im Trio ist wie eine Ehe, meint die Interviewerin. „Ja, wir haben sogar einen Vertrag“, schmunzelt Marco Sanna, „einen Gewährsvertrag“. Wir haben Rechte und Pflichten. Wir sind finanziell voneinander abhängig und verantwortlich“. Es gebe Büroarbeit, Marketing-Arbeit, das Trio sei eine kleine Firma, die gemanagt werden muss. „Es ist sehr viel Arbeit und es ist gut zu wissen, dass wir bisher auf derselben Wellenlänge sind“. Das Trio Orelon – der Name kommt übrigens vom Esperanto-Wort für Ohr – beschäftigt sich stark mit den Kompositionen von Frauen. Die erste CD enthält Werke der Amerikanerin Amy Beach. Und: im Zuge seiner Repertoire-Recherchen entwickelte das Trio das Projekt Beethovens Töchter, das sich mit wenig bekannten Werken von Komponistinnen aus der Zeit der Romantik beschäftigt und sie in Bezug zu ihrem Vorbild Ludwig van Beethoven setzt.
Auf Frauen zu setzen ist derzeit in, sagt die Moderatorin und Judith Stapf antwortet, das Thema Frauen in der Musik sei politisch wichtig und musikalisch sei es äußert spannend und überwältigend, was es alles von Frauen gibt, die in ihrer Zeit bekannt waren und dann vergessen wurden. Dora Pejacevic und Amanda Meyer sind die Namen zweier Komponistinnen, deren Werke das Orelon-Trio kürzlich eingespielt hat. Die „Freunde der Villa Musica“ unterstützen das Erscheinen dieser CD.
Frage: Wie erkennen Sie als Musiker den Wert eines bislang ungespielten Werkes? Marco Sanna sagt, er selbst könne es nicht anhand der Noten erfassen, die sie zum Beispiel im Komponistinnen-Archiv in Frankfurt entdecken. Man müsse es spielen und zusammen hören. „Dann merken wir, ob die Musik eine Ausdruckskraft hat“. Viel Erfolg den Dreien von Orelon. Sie wollen zusammenbleiben und ihren Weg weiterhin mit der Kammermusik gehen. Momentan haben sie so viele Konzertengagements, dass für die „Freunde der Villa Musica“ an einem Wochenende im Frühjahr nur der 6. April frei war. Da hatte der Vorstand zugegriffen und auf diesen Tag sein Jahrestreffen gelegt. 130 Freundeskreismitglieder hatten sich zum Konzert angemeldet. Sie waren begeistert.
Endlich Jahrestreffen nach zwei Jahren Corona-Pause
Die Freude war groß, sich endlich treffen zu können und alte Bekannte wiederzusehen. Aber auch ganz neue Mitglieder – erst 2021 geworben - waren gekommen, zur Jahres- versammlung von „Freunde der Villa Musica“ am Samstag, 23. April 2022 im Arp Museum/Künstlerbahnhof Rolandseck, dem Veranstaltungspartner von Villa Musica seit 2020. Es herrschte beste Stimmung bei den 120 Teilnehmern des Jahrestreffens, als Barbara Harnischfeger unkonventionell und im amüsanten Schlagabtausch mit den anderen Vorstandsmitgliedern durch eineinhalb Stunden Sitzung führte und der Vorstand seinen Rechenschaftsbericht über Aktivitäten und Fördermaßnahmen gab. Bloß keine langweilige Vereinsmeierei ist das Ziel der Vorsitzenden. Die Mitglieder danken es ihr, gehen begeistert mit und freuen sich auf das anschließende Programm mit Mittagessen, Besichtigung der aktuellen Ausstellung im Arp Museum und Dankeschön-Konzert des geförderten Malion Quartetts zum Abschluss des Tages.
Im Arp Museum/Bahnhof Rolandseck willkommen geheißen wurden die „Freunde“ von der Kommissarischen Direktorin, Petra Spielmann. Sie und die Veranstaltungsmanagerin Dr.Margot von Gumppenberg waren Ansprechpartner für Kai Link, den Freunde-Geschäftsführer, bei der Vorbereitung der Mitgliederversammlung, für das Konzert und die Führungen durch die Moderssohn-Becker Ausstellung. „Starke Frauen“ ist dieses Jahr das Thema im Arp Museum.
Staatssekretär Dr. Jürgen Hardeck, Vorstandsvorsitzender der Villa Musica, war zu Gast und natürlich der Künstlerische Direktor der Villa Musica, Prof. Alexander Hülshoff. Beide würdigten das ideelle und finanzielle Engagement des Freundeskreises für die StipendiatInnen der Villa Musica und für die Landesstiftung selbst und bedankten sich dafür.
Der Verein „Freunde der Villa Musica“ hat 705 Mitglieder. Er wurde vor 25 Jahren gegründet. Hardeck sagte, er finde gut, was sich die „Freunde“ zum Grundsatz genommen haben: sie wollen Publikumsvereinigung sein und Botschafter für das Ausbildungsprinzip und die Qualität von Spitzenförderung der Villa Musica, wollen vermitteln: Villa Musica ist elitär von der Leistung, aber nicht elitär im Zugang für die Bevölkerung. Das Anliegen der „Freunde“, den Wert von Villa Musica im ganzen Land und darüber hinaus zu verbreiten, sei erreicht. Der Freundeskreis sei zu einer starken Lobby für die Villa Musica geworden.
Barbara Harnischfeger gab dem Staatssekretär mit auf den Weg zu seiner Ministerin: „Villa Musica ist ein Aushängeschild für Rheinland-Pfalz weltweit“ und andererseits „brauchen wir Musikliebhaber im Lande die Villa Musica zum Leben“. Hochklassige Villa Musica-Konzerte in der Nähe des Wohnortes der Menschen zu bieten sei sozial – und umweltfreundlich.
Schatzmeister Dr. Hermann-Josef Richard trug die Jahres-Finanzberichte locker und souverän und gar nicht langweilig vor. (Wer sich im Einzelnen dafür interessiert, kann sie beim Vereinsgeschäftsführer Kai Link anfordern.) Die Berichte der Kassenprüfer Siegismund (2019) und Norbert Bluhm (2020 und 2021) wurden verlesen und die Versammlung entlastete den Vorstand einstimmig. Ebenso bewilligt hat die Versammlung den Wirtschaftsplan 2022.
Darin enthalten sind 2000 Euro für eine Sonderaktion, vier Kinderkonzerte im Kurpark von Bad Neuenahr: „Villa Musica bringt Freude an die Ahr“.
Danach gab es Vorstandswahlen. Die Wahlleitung übernahm Pascal Badziong, der schon als Jugendlicher Mitglied bei den FREUNDEN geworden war und der jetzt als 31jähriger Studienrat und inzwischen hauptamtlicher Kreisbeigeordneter in Mayen-Koblenz arriviert ist.
In offener Abstimmung wurde Barbara Harnischfeger aus Koblenz als Vorsitzende einstimmig wiedergewählt. Ebenso bestätigt wurden der Zweite Vorsitzende Alfons Moritz, Mainz, und die Beisitzerin Cornelia Hofmann, Landau. Neu zu besetzen war die Position des Schatzmeisters. Dr. Hermann-Josef Richard aus Neuwied stellte sich zum großen Bedauern nicht mehr zur Wahl. Barbara Harnischfeger verabschiedete ihn mit den Worten: “Seit 2010 war Dr. Richard unsere sichere Bank. Vereins-und finanzrechtlich konnte uns mit ihm nichts passieren. Er passte auf. Bei den Vorstandsberatungen war er ein Mann der Vernunft und der Klarheit. Aber er war auch ein herzlicher Mensch, vertrauenswürdig und echt. Und bei Veranstaltungen war er ein guter und hilfreicher Kommunikator.“

Neue Schatzmeisterin ist die Diplom-Verwaltungswirtin Diana Kreuter-Schmitt aus Vallendar bei Koblenz (rechts im Bild). Sie fiel der Vorsitzenden beim Ausflug der FREUNDE in die Pfalz 2019 als besonders engagiert auf. Frau Kreuter-Schmitt hat in jungen Jahren im Landkreisamt Mayen Koblenz bei der Musikschule und bei den Sommer Classics von Franz-Joseph Koggel (auch einem Mitglied der FREUNDE) ihre Erfahrungen mit Musik und Finanzen gemacht. Dann war sie Verwaltungsleiterin beim Landesbetrieb Liegenschaften- und Baubetreuung, Niederlassung Koblenz. Jetzt ist sie Direktorin der Pfälzischen Pensionsanstalt in Bad Dürkheim. Diana Kreuter Schmitt stellte sich der Versammlung sehr sympathisch und überzeugend vor.
Krönender Abschluss des Freundeskreis-Tages in Rolandseck war das Dankeschön-Konzert des Malion Quartetts, welches vielfach Förderung durch die „Freunde“ erhalten hat.

Alexander Yussow als Primarius im Malion Quartett spielte das G-Dur Streichquartett von Joseph Haydn ganz fein und innig, in anderen Passagen voll Übermut und Witz. Seine Kolleginnen, Jelena Garlic, Lilya Tymchyshin und Bettina Kessler folgten ihm in schönstem Einverständnis. Im starken Kontrast zu Haydn stand Janaceks „Kreutzersonate“. Gut, dass Jelena die Zuhörer an den Inhalt der Tolstoi-Novelle erinnerte, „ Eifersucht und Reue“, und gute Nerven wünschte. Überhaupt war es angenehm und hilfreich, dass die Musiker das Kommende ansagten und einordneten. Ergriffen war das Mucksmäuschen stille und konzentrierte Publikum bei der volksliedartigen Komposition von Myroslaw Skoryk (1938-2020). Lilya Tymchishin, aufgewachsen in Großbritannien, aber wie Alexander Yussov mit ukrainischen Wurzeln, kündigte es etwa so an: Wir suchten nach einem ukrainischen Stück, das wir in Stuttgart bei einer Demonstration gegen den Krieg spielten konnten. Wir haben im Internet keines gefunden. Da riefen wir Freunde unserer Eltern an und die haben uns das Stück genannt, das zeitweise wie eine Nationalhymne der Ukraine behandelt wurde. Wir haben es dann von den fotografierten Noten her gespielt. Lilya wörtlich und mit den Tränen kämpfend: „Es ist aus unserer Heimat.“

Ein Interview von Barbara Harnischfeger mit den jungen Quartettmitgliedern rundete das Erlebnis des Konzertes ab. Die Musikerinnen erzählten: bei einem von den „Freunden“ finanzierten Exerzitien-Aufenthalt im Rückzugsort Schloss Engers haben sie sich nach dem Weggang ihrer Primaria mit ihrem neuen Geiger Alexander Jussow im Team ausprobiert und künstlerisch wie menschlich zusammengefunden. Außerdem war das Malion-Quartett in seiner heutigen Besetzung mehrfach Teilnehmer im Streichquartett-Labor der Villa Musica, für das die „Freunde“ jährlich das Honorar der Dozenten zahlen. Die Rede kam auch auf die Verfilmung der „Großen Fuge“ von Beethoven als digitales Corona-Projekt – auch das war von den „Freunden“ unterstützt worden. „Wollen Sie ihr Brot in Zukunft als Streichquartett verdienen“, fragte die Freundeskreisvorsitzende zum Schluss und die Cellistin Bettina Kessler antwortete für alle mit einem deutlichen JA. Alexander Jussow erzählte, er habe sich von seiner festen Stelle im Staatsorchester Stuttgart beurlauben lassen, um die Karriere im Streichquartett zu versuchen. Auch Bettina Kessler hatte schon eine Orchesterstelle, allerdings nur einen Zeitvertrag. Seit 2022 organisiert das Malion Quartett eine eigene Konzertreihe in Frankfurt mit neuem Format. Ihn ihren Konzerten moderieren sie, erklären und wiederholen auch mal Werke und wollen die Musik so fürs Publikum auf besondere Weise zugänglich machen.
Am 8. und 9. Juli spielen die Malions wieder bei der Villa Musica. Im September nehmen sie am ARD Musikwettbewerb teil und am 11. September treten sie beim Beethovenfest Bonn auf, bei einer Performance in der Bundeskunsthalle.
Freunde der Villa Musica, im April 2022 endlich mal wieder bei einem Jahrestreffen in großer Zahl vertreten. Aber untätig war der Verein in der Corona-Zeit nicht. Am 29. Februar 2020 präsentierte Barbara Harnischfeger für die FREUNDE das Konzert „Spitzenklänge“ in Mainz und führte Gespräche vor Publikum mit den Stipendiaten und Stipendiatinnen, die eines der wertvollen historischen Instrumente aus der Landessammlung Rheinland-Pfalz für zwei Jahre spielen dürfen. Jedes Jahr wurde der STERN Villa Musica verliehen: am 1. März bei einem Konzert in Spay, kurz vor dem Lockdown, an die Geigerin Charlotte Chahuneau. Wiederholung beim Mainzer Musiksommer im Juli. Die Musiksommerkonzerte fanden mit ausgedünntem Publikum im Mainzer Schloss statt und wurden um 18 Uhr und um 20 Uhr gespielt. Die STERN-Verleihung 2021 an die Bratschistin Shira Majoni wurde in der Villa Sachsen in Bingen per Kamera aufgezeichnet und als Video dokumentiert. Verleihung in Realität dann im August 2021 beim Mainzer Musiksommer. Ein Dokument, das ebenfalls erhalten bleibt, ist die Videoaufzeichnung von „Vivaldi im Advent“ im Dezember 2020 im Bahnhof Rolandseck. Da kamen wieder die Barockbögen zum Einsatz, welche die FREUNDE der Villa Musica geschenkt haben. Ausfallen mussten 2020 „RheinVokal“ und die Reihe „Burgenklassik“, bei der wir uns besonders engagieren und darstellen dürfen. 2021 fanden die Festivals wieder statt und natürlich auch jetzt im Mai 2022. Erfolg bei der Mitgliederwerbung dieses Jahr: zehn Neuanmeldungen. Einen Studientag zu den Streichquartetten von Beethoven und Schubert bescherte uns Prof. Dr. Karl Böhmer am 9. Oktober 2021. Im Stammhaus der Villa Musica verbrachten den Samstag 42 Teilnehmer. Großen Anklang fanden die „Karriere-Konzerte“ 2021 - mit der Klarinettistin Sabine Grofmeier am 27. Juni in Meisenheim und mit der Harfinistin Silke Aichhorn im Schloss Engers am 17. Oktober. Da war die Corona-Situation schon wieder so, dass der Saal nur halb besetzt werden durfte. Für Silke Aichhorn kein Problem: sie spielte ihr Programm zweimal, gab zweimal das Interview zu ihrer Person und ihrem Berufsweg als erfolgreiche Soloselbständige, um 11 und um 15 Uhr. Dazwischen war für die FREUNDE der Gartensaal gedeckt und es gab Mittagsbuffet. Diese Aufzählung soll genügen, denn Berichte und Fotos aller Aktivitäten der FREUNDE sind hier im Internet zu sehen.
Burgenkunde und Musik vom Besten auf der Marksburg am Rhein
104 Freunde der Villa Musica erlebten am 29. April 2023 einen Tag auf der Marksburg im UNESCO Welterbe Mittelrhein oberhalb von Braubach. Krönender Abschluss war um 16 Uhr das Konzert mit der frisch gebackenen Stipendiatin Hyazintha Andrej, Violoncello, aus Österreich und mit dem erfahrenen ukrainischen Geiger Oleh Kurochkin, seit 2014 Schüler von Boris Garlitzky in Essen. Oleh konnte berichten, dass er sich gerade die Stelle als Stimmführer Zweite Violinen beim Rundfunksinfonieorchester Berlin erspielt hat. (Sein Stellvertreter ist übrigens der aus Koblenz stammende ehemalige Villa Musica-Stipendiat Max Simon.) Gut zu hören, dass Kurochkin neben seiner Orchestertätigkeit genug Zeit haben wird, anderweitig tätig zu sein. So wie er die Charconne von Bach spielte, hat er das Zeug zum Solisten. Da seine Stelle in Berlin doppelt besetzt ist, hat er Flexibilität und kann bei den Kopenhagener Philharmonikern als 1. Konzertmeister spielen, ebenso in Barcelona und in London.
Dem Konzert vorausgegangen waren Führungen durch die Marksburg – es ist die einzige unzerstörte Höhenburg am Rhein. Mehr als das, was die üblichen Burgführer an Information liefern konnten, brachte den Freunden der Villa Musica zuvor der Vortrag des Historikers Dr. Jens Friedhoff, der unter anderem in Diensten des Deutschen Burgeninstitus in Braubach steht. Er machte eine Tour d’Horizont durch die Geschichte des Denkmalschutzes zwischen Burgen-Wiederaufbau und reinem Erhalt des noch Bestehenden, erzählte vom Gründer der Deutschen Burgenvereinigung, dem bürgerlichen Architekten Professor Bodo Ebhardt, der die Marksburg 1900 vom deutschen Kaiser erwarb und sie so einrichtete, wie er sich Mittelalter vorstellte. Auch auf den Denkmal-Verbrauch in heutiger Zeit kam Jens Friedhoff zu sprechen und nannte die Ehrenburg über der Mosel bei Koblenz als Beispiel für ein reines Event-Gemäuer. Die Chance, dass eine Burg mit ihrem Raumprogramm original erhalten bleibt, gebe es eigentlich nur, wenn sie noch von einer Besitzerfamilie bewohnt wird, meinte Friedhoff. (Besucher der Burgenklassik von Villa Musica kennen das von der Burg Maus oberhalb Wellmich).
Gegessen und getrunken wurde natürlich auch, beim Treffen in der Marksburg. Dort ist Patrick Hessler ein umsichtiger Gastgeber mit guter Küche. Besucher von Burgenklassik-Konzerten kannten ihn bereits. Die Marksburg-Schänke, in welcher der Freundeskreis tagte, hat eine hervorragende Akustik für Konzerte.
Der Erlebnistag von „Freunde der Villa Musica“ am 29. April 2023 hatte um 10:30 Uhr begonnen mit der 24. Ordentlichen Mitgliederversammlung, die für jeden Verein vorgeschrieben ist, damit der Vorstand Rechenschaft ablegt.
Cornelia Hoffmann Alfons Moritz Barbara Harnischfeger Diana Kreuter-Schmitt
Barbara Harnischfeger blickt auf das Jahr 2022 zurück, in dem die „Freunde der Villa Musica“ 25 wurden. Die Aktivitäten der Vorsitzenden in der Öffentlichkeitsarbeit und der Publikumspflege sind – wenn auch nicht vollständig – hier auf der Homepage im Internet dokumentiert.
Burgenklassik – präsentiert von FREUNDEN der Villa Musica
Vom 13. Bis 22. Mai hat die Freundeskreisvorsitzende alle sieben Konzerte der Villa Musica-Reihe „Burgenklassik“ präsentiert, Künstler interviewt, das Publikum betreut und bei zwei Konzerten zusammen mit ihrem Mann auch noch den Weinausschank übernommen. Im Vorfeld war die Medienarbeit zu machen. Nacharbeit auf den social media-Kanälen schließt sich heutzutage an. Ein paar Beispiele der Burgenklassik-Konzerte 2023 in Bildern:
Weltklasse-Geiger Vadim Gluzman mit Stipendiaten auf Rheinfels (rechts Bgm Falko Hönisch)
Theodore Squire auf Stolzenfels Stuttgarter Kammerduo auf Burg Maus
Erlebnisse in Gemeinschaft
Einen Ausflug für die Freunde der Villa Musica organisiert hatte die Freundeskreis-Vorsitzende anlässlich des RheinVokal-Eröffnungskonzertes am 26. Juni 2022 - einen Tag in Ingelheim am Rhein mit geführtem Stadtrundgang und Besichtigung der Kaiserpfalz. Die Betreuung der Gruppe von 30 Mitgliedern übernahm der Zweite Vorsitzenden Alfons Moritz. Er erzählte bei der Mitgliederversammlung begeistert vom Beisammensein im Winzerkeller in Ingelheim mit der guten Aussicht auf die Rheinebene. Dort hat Prof. Karl Böhmer die „Freunde“ in seiner „unnachahmlich lebendigen Art auf das anschließende Konzert „Viva Venezia“ vorbereitet,“ so Moritz, und es kam sogar noch kurz vor dem Konzert die Barockgeigerin Nina Tur-Bonet hinzu.
Bei Freunde der Villa Musica ist man in angenehmer Gesellschaft, sagt Barbara Harnischfeger in der Mitgliederversammlung. „Wir genießen die Begegnung mit gleichgestimmten Menschen und erfreuen uns an den Kammerkonzerten in Höchstqualität, wie sie Villa Musica bietet. Wir bedanken uns, indem wir die jungen KünstlerInnen unterstützen, die unser Leben mit Musik so sehr bereichern“.
Wertvolle Finanzhilfe
Den Rechenschaftsbericht zur Verwendung der Mitgliedsbeiträge und der Spenden liefert die Schatzmeisterin Diana Kreuter-Schmitt. Der Förderverein mit seinen derzeit 698 Mitgliedern in Rheinland-Pfalz brachte im Jahr 2022 rund 86 000 Euro auf. Daraus leistet der Verein direkte Einzelunterstützung für junge Hochleistungs-MusikerInnen. So beteiligen sich die Freunde mit 50 Prozent an der Versicherung von wertvollen historischen Instrumenten aus der Landessammlung, die ausgewählte Stipendiaten für zwei Jahre spielen dürfen. Ein anderes Förderbeispiel: ein Fagottist erhielt Hilfe für die Reparatur seines Holzblasinstrumentes. Der jährliche Förderpreis STERN Villa Musica wird vom Verein finanziert. Und indirekt unterstützt der Verein Stipendiaten, indem er der Villa Musica bei der Finanzierung von Projekten und Kooperationen hilft, an denen Nachwuchskräfte beteiligt sind: so bei RheinVokal, Burgenklassik, Mainzer Musiksommer. Geld gegeben haben die FREUNDE auch für Konzerte wie Karrieren, Kinderkonzerte im Ahrtal und Kinderkonzerte im Schlosshof Engers.
Streichquartettlabor zeitigt Erfolge
Barbara Harnischfeger berichtete vom Erfolg des Streichquartettlabors der Villa Musica, das Alexander Hülshoff als Künstlerischer Leiter eingeführt hatte. Die FREUNDE zahlen den jungen Ensembles, die sich als Kammermusiker auf den Weg in den Konzertmarkt begeben, für eine Woche in Schloss Engers den Trainer. Und was die Dozenten Oliver Wille und Gregor Sigl, erfahrene Mitglieder legendärer Quartettformationen, berichten, ist höchst erfreulich. Das gecoachte Leonkora Quartett sei auf dem Weg an die Weltspitze. Auf deren Internetseite ist zu sehen, wie viele Konzerttermine sie schon haben und wo in aller Welt. Das Chaos String Quartett gewann 2022 beim ARD-Musikwettbewerb den 3. Preis und Sonderpreise. Beim Bordeaux-Wettbewerb dieses Jahr belegte es den 2. Platz. Adelphi und Javus haben gute Chancen, an die Spitze zu kommen, so ist vom Manager der Kammermusikakademie, Kai Link, zu hören. Er erlebt alle hautnah und verfolgt ihren Weg.
Stern der Villa Musica räumt Preise ab
Und zu berichten ist von Dmytro Udovychenko, dem STERN Villa Musica 2022 (den Förderpreisreis finanzieren die „Freunde der Villa Musica“ aus Spenden). Dmytro hat im November 2022 den 1. Preis bei der Singapore International Violin Competition errungen.
Und nachgetragen werden muss: im Mai 2023 hat der 23jährige Ukrainer den 1. Preis beim Internationalen Violin-Wettbewerb in Montreal gewonnen. Welch eine Freude. Zur Person lesen Sie in gesondertem Artikel über die STERN-Verleihung und über ein zurückliegendes Konzert hier im Internetauftritt der Freunde im Menüpunkt FREUNDESKREISKONZERTE.
Amtszeit des Künstlerischen Leiters geht regulär zu Ende
Prof. Hülshoff, der Künstlerische Leiter der Villa Musica“ eröffnete den FREUNDEN, dass die nächste Konzertsaison seine letzte sei und erläuterte: „Seit September 2011 bin ich bei der Villa Musica. Schon damals hatte ich nicht vor, so lange bei der Villa Musica zu verweilen wie das mein, leider dann viel zu früh verstorbener, Vorgänger Klaus Arp tat. Eine meiner ersten Bedingungen war es damals, in der Geschäftsordnung der Villa Musica zu verorten, dass der/die Künstlerische Leiter nicht länger als für drei Amtszeiten berufen werden kann, um sowohl der nötigen Kontinuität als auch der Notwendigkeit neuer Impulse Rechnung zu tragen. So werde ich im Oktober 2024 die Villa Musica verlassen.“
Villa Musica bindet Exzellenz
Alexander Hülshoff nutzte die Jahresversammlung der FREUNDE dazu, den Wert der Spitzenförderung durch die Landesstiftung Rheinland-Pfalz zu benennen – wobei es ihm zu verdanken ist, dass er die erfolgreichen und teils berühmten MusikerInnen als Dozenten holt, bei denen die Jungen lernen und sich ihren Feinschliff holen. Hülshoff sagte: „Das erreichte Niveau der Villa Musica und ihrer Stipendiat*innen ist herausragend. Die Bewerbungszahlen sind explodiert. Wir hatten bei den letzten Auswahlvorspielen über 1000 Bewerbungen. Die Villa Musica mit ihrer Arbeit und die im Kern stehende Förderung von Hochbegabten der nächsten Generation der Klassikstars ist europaweit in aller Munde. So kommen Woche für Woche aus den Metropolen Europas unsere Villa Musica Stipendiat*innen nach Rheinland-Pfalz. Das ist für die künstlerische Exzellenz des Landes ein absoluter Gewinn. Unsere Stipendiaten und ehemalige Stipendiaten der Villa Musica sind die Botschafter der künstlerischen Exzellenz für das Land Rheinland-Pfalz.“
Gerade in den letzten Jahren haben sich die Reihen der Berliner Philharmoniker und des Symphonie Orchester des Bayrischen Rundfunks wieder mit Villa Musica- Stipendiaten gefüllt. Quartette, die Villa Musica-Förderung erfahren haben, spielen in den großen Philharmonien, in den großen Konzertreihen. Die StipendiatInnen gewinnen Preise bei internationalen Wettbewerben und werden dann vertreten durch große Konzertagenturen. „Kurzum, niemand kann der Villa Musica das Wasser reichen“, so Hülshoff und abschließend sein Appell an die FREUNDE der Villa Musica:
„Nur durch die Villa Musica hat das Land Rheinland-Pfalz kulturpolitisch in der Musik eine internationale Bedeutung. Helfen Sie, diesen Schatz zu behüten“.
Oleh Kurochkin und Hyazintha Andrej mit Händel/Halvorsen: Passacaglia
Villa Musica geht mit Alexander Hülshoff in die Zukunft
„FREUNDE der Villa Musica“ tagten am 13. April 2019 in Trier
Das ist die wichtigste Nachricht des Tages: Prof. Hülshoff wird der Villa Musica auch in den nächsten fünf Jahren als Künstlerischer Leiter erhalten bleiben – sogar mit erweiterten Aufgaben. Das verriet er gegenüber dem Freundeskreis bei der Jahres-Mitgliederversammlung 2019 in Trier. Ein großes Thema der nächsten Jahre werde es sein, durch Fundraising Geld für die Villa Musica zu beschaffen, so Hülshoff. Die 500 000 Euro, die erstmals in den Landesetat eingestellt wurden, für 2019 und für 2020, reichten nicht aus, das Angebot der Exzellenzförderung und der Konzerte für die Bevölkerung im bisherigen Umfang zu halten. Prof. Hülshoff ist Künstlerischer Leiter der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz seit 2011. Nun habe der Stiftungvorstand unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Staatssekretär Denis Alt seine Vertragsverlängerung beschlossen.
Die Villa Musica-Freunde tagten am Morgen des 13. April 2019 im Kurfürstlichen Palais in Trier, dem Sitz der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion RLP, wo die Villa Musica auch Konzerte veranstaltet. Für die FREUNDE gab es dort zum Tagesabschluss ein Exklusiv-Konzert. Sehen Sie dazu den gesonderten Artikel:
Exklusiv für die FREUNDE
Solo auf dem Kontrabass
Neuer Konzertort Arp-Museum
Als Neuigkeit im Jahresprogramm der Villa Musica kündigt Prof. Hülshoff an, dass die Landesstiftung Villa Musica ab 2020 für das Konzertprogramm im Arp Museum Bahnhof Rolandseck verantwortlich sein wird. Mit Blick auf die bevorstehende Salvatore Dali-Ausstellung habe er, zusammen mit Museumsdirektor Oliver Kornhoff, Bundesmittel zum Beethovenjahr generiert, für ein Projekt mit dem Titel „Radikales Künstlertum“. Beifall zum neuen Konzertort Arp Museum. Und Beifall samt kleinem Geschenk und Glückwunsch-Kanon gibt es zum 50. Geburtstag von Alexander Hülshoff. Die Freundeskreisvorsitzende Barbara Harnischfeger bemerkt: „So wie Prof. Hülshoff zu den FREUNDEN steht, wie er uns schätzt und wie er für uns mitdenkt, das haben wir vorher nicht erlebt bei der Künstlerischen Leitung“. Großes Vertrauen herrsche auch in der Zusammenarbeit mit den Villa Musica-Hauptamtlichen Prof. Böhmer und Frau Dr. Miller. Unverzichtbar für die Freunde sei Kai Link, der Manager der Kammermusikakademie Schloss Engers. Er ist nämlich der Geschäftsführer des Freunde-Vereins. „Mit Ihnen allen für uns, den Kern des Konzertpublikums, immer wieder etwas auszuhecken ist eine große Freude“, so Barbara Harnischfeger, die Vereinsvorsitzende.
107 Mitglieder von „Freunde der Villa Musica e.V.“ sind am 13. April nach Trier gefahren, um den Vorstand des Vereins zu entlasten, zu hören, was es Neues gibt und um einen Tag voller Geschichte und Geschichten zu erleben.
„Wer Rom liebt, muss nach Trier fahren“ (FAZ 2014)
Als Thema des Nachmittags ist gesetzt: Römisches Trier, das nördlichste Zentrum der Antike. Das römische Stadttor, die „Porta Nigra“ kennt jeder. Aber die Schätze des Landesmuseums sind für viele eine Überraschung. Direktor Marcus Reuther übernimmt es, an einem eigentlich dienstfreien Samstag, mit drei seiner KollegenInnen, die FREUNDE zu führen, ihnen die Tücken archäologischer Grabungen zu schildern und den „ Trierer Goldschatz“ zu zeigen. Das ist ein 18,5 Kilogramm schwerer Berg von Goldmünzen, die 1993 bei Bauarbeiten zutage kamen. Es ist der größte Hortfund der römischen Kaiserzeit überhaupt. Die Münzen tragen Prägestempel aus Rom und aus Lyon zwischen 63 und 168 nach Christus. Und Fußbodenmosaike hat das Landesmuseum in Trier, wie man sie schwerlich in Italiens Museen findet. Umwerfend sind auch die römischen Grabmäler. Allein das „Neumagener Weinschiff“ ist eine Sensation.
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Alle Register gezogen
In der Basilika, dem Thronsaal der römischen Kaiser, der heute evangelische Kirche ist, spielt und erklärt der Kantor Martin Bambauer am Mittag die 2014 eingeweihte Hauptorgel. Gebaut hat sie die Firma Eule aus Bautzen. Die 82 Register sind ausgelegt für Orgelwerke der Romantik und jünger. „So deutlich habe ich noch nie einzelne Register vorgeführt bekommen und die unterschiedlichen Klangfarben wahrgenommen“, ist die Reaktion bei den Teilnehmern der Orgelführung. Sie umlagern den Organisten am seinem Spieltisch und löchern ihn mit Fragen.
Gegenüber der Basilika liegt die „Weinwirtschaft Friedrich Wilhelm“. Hier, im ehemaligen Kelterhaus der Kurfürstlichen Weingüter, essen die FREUNDE zu Mittag, haben sie Gelegenheit, untereinander in Kontakt zu kommen. Manche sehen sich immer wieder bei Konzerten, verabreden sich sogar oder nehmen sich gegenseitig im Auto mit. Andere kommen sich erstmals näher, denn schließlich wohnen die zum Stichtag Mitgliederversammlung 694 FREUNDE über ganz Rheinland-Pfalz verstreut, sogar in Hessen und NRW.
Am Ende des Tages sind es zwei Mitglieder mehr, weil mitgereiste Partner von „Freunden“ sich spontan anmelden – so gut gefällt es ihnen. Jetzt zum Zeitpunkt des Berichtens ist sogar die Zahl von 700 Mitgliedern überschritten. Bei der von den FREUNDEN präsentierten Konzertreihe „Burgenklassik“ im Mai gab es nämlich weitere Anmeldungen. Doch am Ende des Jahres werden zehn Kündigungen wirksam, also fällt die Zahl wieder. Die Beisitzerin im Vorstand, Cornelia Hoffman, ruft in der Versammlung dazu auf, bei der Mitgliederwerbung zu helfen, damit der Freundeskreis eine starke Interessen-gemeinschaft für die Eliteförderung der Villa Musica und für ein hochklassiges Konzertangebot in Rheinland-Pfalz bleibt.
Rechenschaftsbericht gar nicht trocken
„Ich habe nicht gewusst, dass eine Mitgliederversammlung so kurzweilig und amüsant sein kann“, so der Abschlusskommentar eines Vereinsmitgliedes, das erstmals dabei ist.
Schatzmeister Dr. Hermann-Josef Richard trägt nämlich nicht nur nüchterne Zahlen vor, sondern berichtet der Versammlung von denjenigen Stipendiaten-Projekten der Villa Musica, die durch die FREUNDE mitfinanziert werden. Allein 20 000 Euro gibt der Verein an die Villa Musica für Kurs und Konzert im Laufe des Jahresprogramms und für die Vorbereitung von Stipendiaten-Ensembles auf Konzerte bei Burgenklassik, beim Mainzer Musiksommer, bei RheinVokal.
Der Förderverein unterstützt auch Stipendiaten persönlich an entscheidenden Stationen ihrer Karriere. Und so dankt der Vorstand besonders solchen Mitgliedern, die über den Jahresbeitrag hinaus spenden.
Dadurch kann der türkische Pianist Salih Can Gevrek ein Jahr lang einen Mietkostenzuschuss bekommen, für sein Studium in Brüssel. Dem Pianisten Georg Michael Grau wurde 2018 ein Zuschuss von 4000 Euro gegeben, für die Produktion einer CD mit Strauss-Liedern. Alexander Edelmann erhielt 5000 Euro für die Anschaffung eines eigenen Kontrabasses. Das Auris Quartett kann einen Zuschuss für die neue Homepage bekommen. Dem Gerhard-Quartett zahlt der Verein für eine Woche die Unterkunft und Verpflegung in Schloss Engers, damit sich das Ensemble in Ruhe auf wichtige Konzerte vorbereiten kann. Das alles und mehr sind wertvolle Starthilfen auf dem Weg ins Berufsleben.
Insgesamt 63 800 Euro Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge und Spenden hatten die „Freunde der Villa Musica e.V.“ in 2018. Davon gezahlt werden auch die 3000 Euro für den „Stern Villa Musica“. Und die Freunde kommen auf für die offenen Kosten bei den „Karriere“-Konzerten, bei denen sie im Jahresprogramm der Villa Musica ehemalige Stipendiaten präsentieren dürfen, die ihren Weg gemacht haben – so im Februar 2019 die Cellistin Camille Thomas, die jetzt bei der Deutschen Grammophon promotet wird oder die Geigerin Susanna Yoko Henkel über die geschrieben wurde, sie sei einer der Nachfolgerinnen von Anne Sophie Mutter.
Arikel und Fotos dazu auch hier im Internet.
Sowohl die Rechnungslegung 2018 als auch der Wirtschaftsplan 2019 wurden in der Mitgliederversammlung am 13. April 2019 einstimmig bewilligt. Die Kasse geprüft hatte Dr. Uwe Stutz, Lahnstein. Zum neuen Kassenprüfer gewählt wurde Eberhard Siegismund aus Koblenz.
Der Vorstand von „Freunde der Villa Musica e.V.“ stellte sich in Trier der Wiederwahl.
Dr. Hans-Georg Jungblut führte die Wahl durch und ließ einzeln über jedes Vorstandsmitglied abstimmen, so wie es vom Amtsgericht verlangt wird.
Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig bestätigt:
- Alfons Moritz, Mainz, in Abwesenheit, als Zweiter Vorsitzender
- Cornelia Hoffmann, Landau, als Beisitzerin
- Dr. Hermann-Josef Richard, Neuwied, als Schatzmeister
- Barbara Harnischfeger, Koblenz, als Erste Vorsitzende
Noch eine Information:
Zu den jetzt um die 700 Mitgliedern zählen seit Neustem die ehemaligen Stipendiaten und inzwischen erfolgreichen Musiker
- Niklas Liepe, Geige
- das Schumann Quartett
- das Aris Quartett
- und der Dozent Prof. Boris Garlitsky.





