Jahrestreffen 2026

Neue Gesichter im Vorstand von „FREUNDE der Villa Musica e.V.“

Mitgliederversammlung am 11. April 2026 im Sendesaal des SWR-Studios Kaiserslautern

Mitgliederversammlung – gemeinsames Mittagessen – Besuch der Pfalzgalerie - Konzert

Auch 2026 wurde das Jahrestreffen wieder zum Erlebnistag. 66 von 635 Mitgliedern nahmen teil. Diesmal sei zuerst über die Personalien berichtet. Es gab nämlich Vorstandswahlen.

Diana Kreuter-Schmitt, Schatzmeisterin seit 2022 stellte sich aus familiären Gründen nicht mehr zur Wahl und auch Cornelia Hoffmann, Beisitzerin seit 2015, nahm Abschied. Barbara Harnischfeger dankte den beiden für ihren Einsatz. Das Ergebnis der Neuwahlen: erwartungsgemäß wurde Barbara Harnischfeger als Vorsitzende wiedergewählt, dazu als Stellvertreter Alfons Moritz und als Beisitzer Pascal Badziong. Neu als Beisitzer ist Michael Kemmann aus Bonn. Er führt beruflich eine Firma für Übersetzung medizinischer Texte und ist passionierter Amateur-Geiger. Den Freunden der Villa Musica ist er seit Langem als kundiger Gesprächspartner und als Förderer verbunden. Prof. Dr. Jürgen Hardeck, der als Staatssekretär für Kultur und Vorstandsvorsitzender der Landesstiftung Villa Musica RLP im Juli in den Ruhestand geht und bei den Freunden auf seine Amtszeit (2021-2026) zurückblickte, stand für die Wahl zum Schatzmeister des Vereins bereit und wurde einstimmig und in offener Abstimmung gewählt – so wie auch die anderen Vorstandsmitglieder. Als Wahlleiter hat Prof. Dr. Klaas Bergmann aus Kaiserslautern die Abstimmungen souverän durchgezogen.

Als besondere Teilnehmerin der Mitgliederversammlung begrüßte Barbara Harnischfeger die Konzertveranstalterin Frau Prof. Dr. Gisela Maerker aus Grafschaft im Kreis Ahrweiler. Ihr Mann, Dr. Peter Maerker, war im Februar im Alter von 88 Jahren gestorben. Damit geht eine Ära zu Ende. Die Maerkers hatten in ihrem Privathaus, der Villa Bellestate, viele Jahre lang Ensembles der Villa Musica in Konzerten präsentiert – immer vor ausverkauftem Haus und mit bestem Presse-Echo. Zwei Mal haben die Freunde hier den Villa Musica STERN verliehen, so 2024 an Theo Plath (Foto). Ein Gespräch mit dem außergewöhnlichen Privatgelehrten Dr. Peter Maerker über sein Leben und seine Wissbegierde ist hier verlinkt:

Bei Helena Schwan laufen die Fäden der Freunde zusammen

Vorgestellt wurde bei der Mitgliederversammlung die neue Geschäftsführerin des Vereins, Helena Schwan, eine studierte Musikwissenschaftlerin. Sie ist seit 2009 Angestellte der Villa Musica in Schloss Engers im Bereich Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit. (Verwaltungsprogramme für Vereine kennt sie vom Frauenchor, in dem sie Kassiererin ist.) Für den unseren Verein pflegt sie die Mitgliederdatei, macht die Finanzbuchungen, das Amtliche und die Post. Die Übernahme der Geschäfte von FdVM von Kai Link lief reibungslos. Helena Schwan ist eine Fachfrau.

Wir fördern Spitzenklasse-MusikerInnen

Zu einer Mitgliederversammlung gehören vor den Neuwahlen die Rechenschaftsberichte. Wichtig ist, was wir als Verein durch die Mitgliedsbeiträge und Spenden 2025 geleistet haben: Hilfe für einzelne StipendiatInnen individuell und Unterstützung der Villa Musica-Projekte zur Förderung des Profi-Nachwuchses.

Die Schatzmeisterin Diana Kreuter-Schmitt nannte für die direkte individuelle Förderung von StipendiatInnen den Betrag von rund 28 000 Euro und indirekt über die Villa Musica-Projekte Konzertreihen rund 19 000 Euro. Die Schatzmeisterin bot an, detaillierten Einblick zu nehmen. In der Versammlung selbst erläuterten die Vorstandsmitglieder Alfons Moritz und Pascal Badziong lediglich einzelne Förderbeispiele. So wurden unterstützt: Wettbewerbsteilnahme, Instrumenten-Reparatur, Anschaffung eines Cellos und einer Klarinette, Kauf eines Violinbogens, Künstlerfoto, Erstellen einer eigenen Homepage.

 

Junge Menschen fördern statt „Stehrümmchen“ geschenkt bekommen

Barbara Harnischfeger hob als besonders nachahmenswert die Geburtstagspenden hervor, die 2025 eingingen. Vier Freundeskreismitglieder hatten anlässlich einer Geburtstagseinladung anstelle von Geschenken Spenden an die Freunde der Villa Musica erbeten. So kamen pro Person rund 2500 Euro zusammen und die Initiatoren der Spenden durften sich unter den StipendiatInnen, die einen Förderwunsch geäußert hatten, aussuchen, wen und was sie unterstützen wollten mit den Spenden ihrer Gäste.

 

Besondere FREUNDE-Ereignisse

Ein KARRIERE-Konzert gehört fest zum Jahreskreis von FREUNDE der Villa Musica - in Mainz am 18. Mai 2025 mit den Alumni Gabriel Schwabe, Cello und Hellen Weis, Violine. Mit der Bezuschussung der Karriere-Konzerte unterstützen wir die Landesstiftung Villa Musica bei der Öffentlichkeitsarbeit: dem Publikum wird gezeigt, was aus ehemals in der Kammermusik-Akademie in Schloss Engers Lernenden für erfolgreiche Künstler geworden sind. Bericht auf der dieser Homepage unter Karriere-Geschichten.

Auch bei BURGENKLASSIK im Juli und August sind sich Freundeskreismitglieder wieder begegnet. Der Verein unterstützt die Reihe, unter anderem weil hier StipendiatInnen die Chance bekommen, gegen Gage zu spielen und etwas für ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Das Stipendium selbst ist ja nicht mit einer Geldzahlung verbunden.

Beisitzerin Cornelia Hoffmann berichtete begeistert vom Tag der Musik in Mainz am 7. September mit der Verleihung des Villa Musica STERN 2025 an die Cellistin Irena Josifoska. Auch darüber ist ausführlich auf unserer Homepage zu lesen.

Auf Anregung der Vorsitzenden hatte Prof. Karl Böhmer beim Festival RheinVokal, das die FREUNDE unterstützen, am 3. August einen seiner phänomenalen Einführungsvorträge gegeben - zum Oratorium „Judith“ von Alessandro Scarlatti in der Herrnhuter Brüdergemeine in Neuwied.

Ein besonderes Ereignis war die Belcanto Akademie von Chen Reiss bei der Villa Musica. Zuhörer waren an einem Vormittag in Schloss Engers zugelassen. Beim Konzert ihrer Schülerinnen am 9. August in der Sayner Hütte sprach die berühmte Sopranistin mit Barbara Harnischfeger vor Publikum über ihr Coaching von Sängerinnen.

Alles in Ordnung

Nach diesen Rechenschaftsberichten konstatierte der Kassenprüfer Jürgen Haller, dass er eine geordnete Kassenführung des Vereins vorgefunden habe und beantragte Entlastung.

Wortmeldungen zu den Berichten gab es nicht. Die Entlastung des Vorstandes wurde von der Versammlung einstimmig gewährt.

Im Wirtschaftsplan für 2026 gibt es Kontinuität

Bei den Freunden der Villa Musica e.V.  liegen auch für das Jahr 2026 schon wieder viele Förderanfragen von StipendiatInnen vor. „Wir warten auf Spenden“, sagte die Schatzmeisterin in der Mitgliederversammlung. „Nur dann können wir mehr junge Hochleistungs-MusikerInnen unterstützen“. Allein die Hilfe der Freunde an Stipendiaten, die ihr wertvolles historisches Leih-Instrument aus der Landessammlung RLP versichern müssen, beträgt 7500 Euro. Was wir seit Jahren finanzieren sind die Trainings-Wochen für bestehende junge Streichquartette, die zur Villa Musica als bereits fest bestehendes Ensemble kommen und durch einen Dozenten wie den erfahrenen Kammermusiker Prof. Oliver Wille (Kuss Quartett) beim Spielen im Ensemble beobachtet werden und Ratschlag auf dem Weg ihrer künstlerischen Entwicklung bekommen. Zur Unterstützung von Villa Musica gibt es wieder Etatansätze für die Unterstützung von Burgenklassik, Mainzer Musiksommer, RheinVokal. Die Mitgliederversammlung hat den Wirtschaftsplan 2026 einstimmig genehmigt.

An der Wirkungsstätte von Emmerich Smola und dem Rundfunkorchester

Jahrestreffen von Freunde der Villa Musica sind stets auch Erlebnistag mit Kunst und Musik.

Schon der Veranstaltungsort für die Mitglieder-Versammlung war sehenswert. Hier im Sendesaal des SWF/SWR hat Emmerich Smola seit 1948 mit dem Rundfunkorchester Kaiserslautern mehr als 15 000 Werke eingespielt. Später dirigierte hier Klaus Arp, der bis 2011 auch Künstlerischer Leiter der Villa Musica war. Seit 2007 ist das Orchester mit dem Sinfonieorchester des Saarländischen Rundfunks fusioniert und die „Deutsche Radiophilharmonie“ macht ihre Aufnahmen weitgehend in Saarbrücken. Der SWR veranstaltet in Kaiserslautern Sonntagskonzerte für die heimische Bevölkerung. Die SWR-Studioleiterin Nicola Geck sprach in ihrer Begrüßung der Villa Musica-Freunde auch an, dass für die „Deutsche Radiophilharmonie“ derzeit externe Geldgeber gesucht werden, um den Klangkörper in voller Sinfonieorchester-Größe erhalten zu können und nicht auf ein Kammerorchester zu reduzieren, wie es der SWR-Intendant aus Gründen des Spardrucks ins Gespräch gebracht hatte.

Süßer, warmer Geigenklang auf historischem Instrument

Für die Freunde der Villa Musica spielte am Nachmittag die israelische Stipendiatin Sophi Rochlin, Geige, zusammen mit ihrer aus Moskau stammenden Kommilitonin Alexandra Stychina, Klavier, drei Sonaten – von Prokofjew und Poulenc. Es war ein Programm, das sie an der Hans Eisler Hochschule in Berlin bei ihrem Professor Kirill Gerstein erarbeitet hatten. In Berlin macht Sophie im Sommer ihren Masterabschluss und will dann noch das Konzertexamen anschließen. Ihren Bachelor-Abschluss bekam Sophi Rochlin an der Folkwang-Hochschule in Essen bei Prof. Boris Garlitzky. Seinetwegen kam sie aus Aschdod südlich von Tel Aviv nach Deutschland. Dass er ein erfolgreicher Geigenlehrer ist, wissen die Freunde der Villa Musica, sie kennen ihn als langjährigen Dozenten der Villa Musica. Sophi lud er zum Vorspiel ein, nachdem er in Tel Aviv Aufnahmen von ihr gehört hatte, als er dort beim Philharmonischen Orchester zu tun hatte, dessen Mitglied auch Sophis Großvater einmal gewesen war. Sophie hatte sich als 4jährige eine Geige gewünscht, obwohl ihre Eltern keine Musiker sind – die Mutter ist Lehrerin, der Vater arbeitet bei einer Bank. Die junge Geigerin besuchte ihre Eltern Ende März und sie hat dort aufgrund der Kriegssituation tagelang auf einen Rückflug nach Deutschland warten müssen. Sie kam erst kurz vor der Mitgliederversammlung in Schloss Engers an, um mit der Pianistin noch einmal für das Freunde-Konzert zu proben.

Derzeit spielt die Villa Musica Stipendiatin die Sanctus Seraphin-Geige (Venedig 1751) aus der Landessammlung Rheinland-Pfalz als Leihgabe für zwei Jahre. Diese Geige ist mit 1200 Euro im Jahr versichert. Die Freunde der Villa Musica zahlen die Hälfte der Versicherungssumme, wie bei allen historischen Instrumenten der Landessammlung, um die StipendiatInnen zu entlasten – auch ein Beispiel für unsere Unterstützung junger SpitzenmusikerInnen. Den süßen, warmen Klang des Instrumentes musste Sophi erst hervorlocken, erzählt sie im Interview. Es sei am Anfang schwer, das Instrument zu öffnen und den eigenen Klang zu finden. Aber jetzt möchte sie es am liebsten gar nicht mehr abgeben. Ein besonderes Erlebnis innerhalb der „tollen Projekte“ bei Villa Musica war für sie, dass Prof. Ervis Gega ihr die Möglichkeit gab, bei „Vivaldi im Advent“ eine Solo-Partie zu spielen. Die 25jährige ist für die Zeit bei Villa Musica dankbar und für die Klangerfahrung mit dem besonderen Instrument.

Einblicke in thematische Sammlungs-Präsentation

Als ganz besondere Gäste wurden die FREUNDE der Villa Musica im Museum Pfalzgalerie behandelt.

Direktor Steffen Egle und seine Leitenden Mitarbeiter übernahmen selbst die Führung. Egle ist übrigens auch im Vorstand der Landesstiftung Arp Museum Rolandseck. Die Pfalzgalerie in Kaiserslautern will der aus Stuttgart kommende Direktor in der deutschen Museumslandschaft positionieren. Er hat sich entschieden, den Sammlungsbestand mit Werken von Feuerbach, Böcklin, Slevogt, Kirchner, Purrmann nicht chronologisch zu zeigen, sondern thematisch zu ordnen und moderner Kunst gegenüberzustellen. Bei den Besuchern kam das sehr gut an.

Das Museum Pfalzgalerie ist eine bürgerschaftliche Gründung von 1874. Geldgeber waren die in Kaiserlautern ansässigen Industriefirmen wie Pfaff-Nähmaschinen. Schau und Ausbildung von Kunsthandwerk war die Gründungsidee. Das Museumsgebäude war zunächst auch Sitz der Königlichen Kreisbaugewerkschule Kaiserslautern. Eine erst kürzlich freigelegte Wandmalerei von Edvard Frank (1909-1972), mit Darstellung von Weberei und von Zeichenwerkstatt ist symptomatisch dafür. (Frank hat übrigens auch das Koblenzer Schloss ausgemalt.

Heute ist das Museum in Trägerschaft des Bezirksverbandes Pfalz. Derzeit wird die Aula des Museums zum vielfach nutzbaren Veranstaltungsraum ausgebaut. Das Innere des Museumsbaus ist nicht mehr original, war im Krieg zerstört worden. Die Sammlungsbestände konnten durch Auslagerung gerettet werden. Sowohl die ehemalige Landtagsabgeordnete aus Kaiserslautern, Ruth Leppla, als auch unser Mitglied Prof. Bergmann hatten der Organisatorin des FREUNDE-Jahrestreffens den Besuch dieses Museums empfohlen. Und der Besuch hat sich gelohnt. Man kann die Sammlungen auch digital erkunden: www.mpk.de